Teil 3 – Wenn der Magen „zu“ ist: Verlegung, Bypass & Gewichtstief
Dezember 2024. Beim Team-Essen am 5.12. im Römming – böhmische Küche, richtig lecker und eine sehr angenehme Atmosphäre mit unserem Team – habe ich zum ersten Mal deutlich gemerkt, dass sich mein Magen kaum entleert. Nachts brauchte ich Schmerzmittel, und in den Tagen danach wurde Essen von Tag zu Tag schwieriger. Die große Abteilungs-Weihnachtsfeier am 16.12. ließ ich sausen. An Heiligabend bei meiner Schwester in Schwabach ging praktisch gar nichts mehr.

25.–28. Dezember lag ich erneut im INZ Erlangen. Bei der Entlassung bekam ich ein Rezept für ein Prokinetikum (Motilium) das die Magenbewegung anregen sollte – mehrere Apotheken hatten es jedoch nicht vorrätig. Erst nach ein paar Tagen fand ich eine, die es bestellen konnte; da war das Klinikrezept (nur drei Tage gültig) bereits abgelaufen. Schon bei der Entlassung am 28.12. hatte ich klar gesagt, dass es mir weiterhin schlecht geht – trotzdem wurde ich mit Schmerzmitteln nach Hause entlassen. Als ich das Motilium schließlich einnahm, wurden die Beschwerden subjektiv eher stärker; in den Tagen verschärfte sich die Situation weiter.
09.–14. Januar 2025, Nordklinikum Nürnberg. Da ich von den Erlangern ja mit Schmerzmitel wieder nach Hause geschickt wurde, machte ich jetzt den Versuch mit dem Nordklinikum in Nürnberg. Der Ultraschall in der Notaufnahme zeigte gleich: Magen-Darm-Passage verengt/zu. Mir wurde eine Magensonde über die Nase gelegt. Das Legen war unangenehm und brauchte drei Anläufe, aber als der Magen entlastet war, spürte ich sofort Erleichterung.
14.01., ca. 10:30 Uhr wurde ich per Krankentransport zurück ins INZ Erlangen verlegt. Dort blieb ich bis kurz vor der anstehenden Operation in der letzten Januarwoche. Auf der Station lief leider einiges schief – aus meiner Sicht vor allem wegen Personalmangel; das vorhandene Team wirkte oft am Limit.
In dieser Zeit bekam ich bereits parenterale Ernährung (also Nahrung über die Vene). Zunächst lief sie über periphere Venen am Arm – das Eiweiß in der Lösung war so reizend, dass die jeweils angestochene Vene jede Nacht „kaputtging“ und meist Nachts neu gestochen werden musste. Danach legte man mir einen zentralen Venenkatheter (ZVK) am Hals. Darüber funktionierte die parenterale Ernährung deutlich stabiler und weniger schmerzhaft.
Ich war inzwischen von ~62 kg (vor dem ganzen Drama, bei 1,72 m) auf ~45 kg gefallen.
29. Januar 2025 – OP. Geplant war die Whipple-Operation. Beim Öffnen sah man jedoch, dass der Bereich stark verwachsen und der Befund fortgeschrittener war als gehofft. Eine sichere Komplettentfernung war nicht möglich. Stattdessen bekam ich einen Bypass der Magen-Darm-Passage (Gastrojejunostomie).
Ich bin extrem dankbar, was die heutige Medizin leisten kann: Ohne diesen Bypass hätte ich weiterhin parenteral (also über die Vene) ernährt werden müssen – und das hat bei mir die meiste Zeit ohnehin nicht zuverlässig funktioniert. Ehrlich gesagt vermute ich, dass ich ohne diese OP heute nicht mehr hier wäre. Daher: ICH BIN EXTREM DANKBAR DAFÜR.
Die ersten Tage nach der OP waren hart, weil alles heilen musste. Mit der Zeit funktionierte der Magen wieder. Seitdem unterstütze ich die Verdauung mit Pankreatan: Meine Kapseln haben 25.000 Einheiten (Lipase) pro Kapsel. Als Faustregel rechne ich ca. 2.000 Einheiten pro 1 g Fett in der Mahlzeit. Beispiel: Hat ein Teller etwa 20 g Fett, plane ich rund 40.000 Einheiten ein – also je nach Portion 1–2 Kapseln. Bei sehr fettreichen Speisen erhöhe ich, bei kleinen Snacks reduziere ich. Ich nehme die Kapseln zum ersten Bissen (und bei längeren Mahlzeiten ggf. aufgeteilt). Dieses Schema habe ich mit meinem Behandlungsteam abgestimmt. So kann ich heute wieder nahezu alles essen – eine riesige Erleichterung.

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