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Natürlich high (Kyra & Sascha Kauffmann) – wie ich meine Botenstoffe besser verstehe und in den Alltag bringe

Seit der Diagnose Pankreaskarzinom und während der Chemo schwankt meine Energie – körperlich und mental. Ich habe gemerkt: Es hilft mir, nicht nur „Motivation“ zu fordern, sondern zu verstehen, welche Botenstoffe dahinterstehen und wodurch ich sie im Alltag unterstützen kann.

Das Buch „Natürlich high: Die körpereigenen Glückshormone aktivieren…“ von Kyra und Sascha Kauffmann war für mich genau dafür ein Augenöffner: Die Autoren erklären verständlich, wie Serotonin, Dopamin, GABA & Endorphine funktionieren, welche Vorstufen sie brauchen und welche Alltagshebel (Ernährung, Schlaf, Licht, Bewegung, Stressmanagement) sie beeinflussen. Diese Einordnung war für mich klarer und praxisnäher als in Spitzbarts „Schutz vor Krebs“.

Wichtig: Das sind meine persönlichen Learnings, keine medizinische Beratung.

Worum es im Buch (für mich) im Kern geht

  • Botenstoffe verstehen statt raten: Serotonin (Ruhe/Gelassenheit), Dopamin (Antrieb/Belohnung), GABA (Entspannung/Schlaf), Endorphine (Wohlgefühl/Schmerzmodulation).
  • Bausteine liefern: Eiweiß (Aminosäuren als Vorstufen), Mikronährstoffe (z. B. B-Vitamine, Magnesium, Zink, Selen) als Co-Faktoren.
  • Alltag als Biochemie-Manager: Licht, Schlafrhythmus, Mahlzeiten-Timing, Bewegung und Stresslevel entscheiden täglich mit.
  • Gezielt statt „mehr von allem“: erst schauen, welcher Pfad schwächelt, dann passend justieren.

Meine Learnings – warum mir dieses Buch hilft

  1. Bessere Erklärung der Stoffe: Ich kann einschätzen, ob mir gerade eher Serotonin-Ruhe fehlt (reizbar, Grübeln) oder Dopamin-Antrieb (Antriebslosigkeit, „nichts macht Spaß“) – und ich wähle meine Alltagshebel entsprechend.
  2. Prioritäten statt Aktionismus: Nicht fünf Dinge gleichzeitig. Ich starte bei Schlaf/Licht/Protein und ergänze schrittweise, was wirklich nützt.
  3. Schnittstelle zu Pauling / Spitzbart: Während Spitzbart mir Präventionspfeiler gab, liefert „Natürlich high“ mir die feinere Landkarte der Botenstoffe – dadurch kann ich gezielter entscheiden.

Die vier Pfade – so ordne ich sie für mich ein

1) Serotonin (Ruhe, Stabilität)

  • Woran ich’s merke: Grübeln, dünne Nerven, Stimmung wackelig – besonders an Chemo-Tagen.
  • Hebel: Tageslicht am Morgen (kurzer Spaziergang), regelmäßige Mahlzeiten mit Eiweiß + komplexen Kohlenhydraten, Abendroutine (Licht dämpfen, Screens runter, Atem länger aus).
  • Bausteine: B-Vitamine, Magnesium.

2) Dopamin (Antrieb, Fokus)

  • Woran ich’s merke: Nichts reizt, Startschwierigkeiten, „grauer Filter“.
  • Hebel: Mini-Ziele (2–10-Minuten-Tasks), kurze Bewegung (3×10 statt 1×30), kleine „Belohnungsanker“ (Musik, frische Luft, kurze Lernblöcke).
  • Bausteine: Ausreichend Eiweiß über den Tag, Eisen/B-Komplex nach Werten.

3) GABA (Entspannung, Schlaf)

  • Woran ich’s merke: Getriebensein, schlechter Schlaf, „inneres Zittern“.
  • Hebel: Abendliche Runterfahr-Routine (warm duschen, Atem 4-7-8, Notizen raus aus dem Kopf), späte Koffein- und Screen-Spitzen vermeiden.
  • Bausteine: Magnesium (verträgliche Form), ggf. Theanin.

4) Endorphine (Wohlgefühl, Resilienz)

  • Woran ich’s merke: Alles wirkt schwer, wenig positive Peaks.
  • Hebel: Lach-Momente, soziale Kontakte, kurze Rhythmus-Reize (Wechselwarm duschen, soweit verträglich), sanftes Rad/Gehen mit Musik.
  • Bausteine: Ausreichende Proteinversorgung (Aminosäuren sind die Basis).

Mein chemo-tauglicher Alltagsplan (klein, aber konstant)

Morgens (5–10 Min.)

  • Tageslicht + 5 Minuten Gehen oder Balkon.
  • Wasser, ggf. Elektrolyte; eiweißbetontes Frühstück (Porridge + Beeren/Nüsse).
  • 1 Mini-Ziel festlegen („Heute nur 10 Minuten Blog“).

Mittags

  • Kurzer Power-Nap oder Atem (3–5 Min.), kleine Portion statt großer Teller.
  • 30 Minuten lockeres Gehen – Dopamin-Kick ohne Crash.

Abends

  • Screens dimmen, warm duschen, Notizen (Dankbarkeit/Erfolge des Tages).
  • Magnesium (verträglich), dann früher ins Bett.

Supplement-Regel

  • Start low, go slow. Ein neues Ding → 1–2 Wochen beobachten.
  • Nur mit Werten & Team (v. a. Vitamin D, B-Komplex, Zink, Selen, Omega-3).
  • Verträglichkeit > Theorie.

Buch in Kürze – mein Spickzettel

  • Verstehe die Botenstoffe, dann wähle die passenden Alltagshebel.
  • Baue die Vorstufen ein: ausreichend Eiweiß, Mikro-Co-Faktoren geführt ergänzen.
  • Ordne Beschwerden (Grübeln vs. Antriebslosigkeit vs. innere Unruhe) einem Pfad zu.
  • Halte die Basics stabil: Schlaf, Licht, Bewegung in Mini-Dosen, Stress runter.
  • Verändere nur EINE Sache auf einmal – sonst weißt du nicht, was wirkt.

Mein Fazit

Natürlich high“ hat mir geholfen, meine Stimmung und Energie biochemisch zu verstehen – nicht, um Wunder zu suchen, sondern um gezielt an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Gerade mit wenig Kraft und kurzer Ausdauer brauche ich kleine, wohldosierte Schritte. Dieses Buch liefert mir dafür die Landkarte: erst Basics stabilisieren, dann passend ergänzen. So bleibe ich handlungsfähig. Aufgeben ist keine Option.



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